Evangelische Kirchengemeinde Kassel - Mitte
Gemeindebezirk Karlskirche

Die Karlskirche in der Kasseler Oberneustadt ist eine typische Hugenottenkirche. Schon ihr Äußeres unterscheidet sie von den meisten Kirchen. Ihr gestreckter, achteckiger Grundriss nimmt die Tradition der französischen Hugenottenkirchen auf, in dessen Mittelpunkt die Kanzel als Ort der Predigt stand. Der einfachen äußeren Form und schlichten Innenausstattung entsprach die Nüchternheit des hugenottischen Gottesdienstes, der ganz auf die Predigt und die Auslegung des Wortes Gottes ausgelegt war.

Hugenotten nennt man die Anhänger der französischen Reformation. Auf sie übte die Lehre des Reformators Jean Calvin (1509 - 1564) den entscheidenden Einfluss aus. Das Wissen um die Gnade Gottes verlieh den Gläubigen unbegrenzte Macht und unerschöpflichen Mut. Gewissenhafte Erfüllung der täglichen Pflichten und sinnvolle Nutzung des Tages empfand man als Dienst an Gottes Schöpfung.

Hugenottenkreuz

Batik von Erika Schulz,

Karlskirche, Kassel

Neben dem Hauptgottesdienst am Sonntagvormittag kam man zu einem zweiten Gottesdienst am Nachmittag zusammen. Auch der Wochengottesdienst am Mittwoch war ein Predigtgottesdienst. Selbst die kleinsten Kinder wurden schon zum Kirchgang mitgenommen, um sie von früh auf an ihre Sonntagspflicht zu gewöhnen. Der Ausschluss vom Gottesdienst traf einen Hugenotten härter als eine Gefängnisstrafe.

Die Karlskirche als Hugenottenkirche